TONALi Galerie, Hamburg
Ab 6.12.2020
300 MINIATUREN

 

Vorgespräch zur Ausstellung mit dem GTS-Magazin

 

Sie haben sich den Nikolaus-Sonntag als Ausstellungstag gewählt. Gibt es einen Bezug zu Ihren Miniaturbildern, von denen Sie 300 Exponate in der TONALi Galerie im Grindelviertel präsentieren werden?

Das ist ja eine überraschende Frage, auf die ich so gar nicht vorbereitet war. Nein, es gibt keinen direkten Bezug. Oder doch? (lacht und denkt einen Moment nach). Am Nikolaus-Morgen finden die Kinder vor der Türe ihre, mit kleinen Überraschungen, gefüllten Stiefel. Vielleicht kann der kindliche Zauber dieses Tages, an den sich alle stets gern erinnern, dazu beitragen, einen Ausstellungsbesuch mal ganz anders zu erleben. Meine Miniaturen sind kleine Welten, die vielen oft ganz groß erscheinen. 

 

Und was beschreibt Ihre kleinen/großen Welten? Wie kommen Sie auf Ihre Impressionen?

Kein Bild gleicht dem anderen und doch gibt es Reihen, die sich besonders gut ergänzen. Inhaltlich bestimme ich weniger das, was ich malen möchte, als dass sich mir etwas zeigt, was wie durch einen Zauber entsteht. Die Farben bestimmen ihre eigenen Formen, Flächen, Strukturen und Kombinationen. Ich lasse mich von dem leiten, was da entstehen will. Und das ist zumeist sehr überraschend. Natürlich führe ich den Pinsel, den Schwamm, lasse Flüssiges über Getrocknetes laufen, verwische, forme, gestalte. Aber der Zustand des Tuns ist ein meditativer. Ich suche das Bild. Das Bild findet mich. Das sind meist ganz besondere Momente. 

 

Und warum malen Sie auf dem A6 Format? Was reizt Sie am Kleinen?

Im Kleinen liegt doch immer das Große – und umgekehrt. Ich mag, dass die Menschen, die meine Ausstellungen besuchen, meine Bilder in die Hand nehmen dürfen, sie mit anderen kombinieren, selber in ein kreatives Gestalten kommen. Das ist doch ein Ziel von Kunst, dass das Künstlerische im Betrachter geweckt, spielerisch ermöglicht und letztlich gestaltend wirken darf. 

 

Dem Leser dürfen wir an dieser Stelle berichten, dass die Ausstellungen von Iris Templeton einen großen Erlebnisgewinn haben und von den Sammlern bereits seit einigen Jahren heiß ersehnt werden. Mit Betreten des Ausstellungsraumes richtet sich der Blick auf einen sehr großen Tisch, auf dem diese malerischen Miniaturen gleich in dreihundertfacher Ausführung liegen. Die schiere Fülle ist schon faszinierend. Und dann gewinnt doch jedes einzelne Motiv an Bedeutung, sobald es vom Betrachter herausgelöst, emporgehalten, probeweise an eine Wand gehängt, mit anderen Miniaturen zusammengestellt wird. Jetzt aber meine Frage: Wird es auch wieder große Bilder geben?

Vielen Dank für die schöne Beschreibung meines Ausstellungskonzeptes. Zur Frage: Wie ich bereits erwähnte gehört für mich zum Kleinen auch immer das Große – und von diesen werde ich einige neue zeigen. 

 

Was wünschen Sie sich für Ihre Ausstellung?

Ich wünsche mir viele interessierte Betrachterinnen und Betrachter, die sich gerne so tief in meine kleinen Welten eingucken, dass ihnen im besten Fall etwas begegnet, was sie ganz persönlich darin sehen, was ihnen Freude bereitet, was ihnen vielleicht sogar Mut macht, gut tut, etwas erzählt. Wenn das gelingt, dann hat meine Ausstellung doch etwas mit dem Nikolaus zu tun. Denn der hat Klein und Groß stets Freude bereitet. 

 

 

 


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TONALi Galerie

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